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Molly Mogul: A Bouquet Of Hopes And Dreams (Review)
| Artist: | Molly Mogul |
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| Album: | A Bouquet Of Hopes And Dreams |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Singer/Songwriter, Electronica, R'n'B, EDM, Triphop |
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| Label: | Hey Boy | |
| Spieldauer: | 27:53 | |
| Erschienen: | 30.04.2026 | |
| Website: | [Link] |
Nicht einmal 30 Minuten braucht die in Bristol lebende Musikerin und Performance-Künstlerin MOLLY MOGUL, um auf ihrem ersten Album "A Bouquet Of Hopes And Dreams" so ziemlich alle Erwartungshaltungen, die man an eine deutschstämmige Indie-Pop-Künstlerin haben könnte, zunichte zu machen. Das liegt zum einen daran, dass sie ja nicht nur Songwriterin, sondern auch Performance-Künstlerin, Theater-Schauspielerin, Visual Artist, DJane und FLINTA-Aktivistin ist und zum anderen daran, dass sie es sowieso nicht mit Erwartungshaltungen - genauer gesagt mit Genres - hat. (Bereits 2023 veröffentlichte sie ein Video mit der Tagline "Genre Nein Danke").
Nicht einmal sprachlich will sie sich festlegen und singt anteilig Englisch und Deutsch - teils auch abwechselnd innerhalb einzelner Songs.
Um dem Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen, wurden die Songs des Debütalbums weder in Bristol noch in München, Berlin oder Barcelona – alles Stationen von MOLLY MOGULs nomadischem Lebensstil - sondern in Paris eingespielt. Will meinen: Irgendwo einordnen lässt sie sich also schon mal nicht - und eine Schublade, in die sie konzeptionell und musikalisch hineinpasste, müsste sowieso erst einmal gezimmert werden.
Worum geht es nun musikalisch?
MOLLY MOGUL schreibt ihre Selbstfindungs- und Empowerment-Songs zusammen mit ihrem Langzeit-Partner NIKI YOUNG HOFFI und ließ sich das Material von YANN ROSE in den Pariser Ciel Rouge Studios produzieren, in denen bereits CHARLOTTE GAINSBOURG und CHRISTINE AND THE QUEENS gastierten. Einen frankophilen Touch haben die Songs dennoch nicht bekommen.
Ihre Elegien kommen im Gewand von R’n’B- und Blues-Balladen daher, welche auf höchst unterschiedliche Weise dargeboten werden. Mal mit viel Elektronik im Trip-Hop- oder Downtempo-Setting („All You Can Eat“, „Wake Up“, „Run“), mal in einer lautmalerischen Ambient-Umgebung wie zum Beispiel die Cover-Version des SMITHS-Klassikers „There’s A Light That Never Goes Out“ und mal eher mit Dreampop-Flair wie es im abschließende „Arrived“ zum Einsatz kommt.
Dabei bleibt es nicht: Das autobiographisch gefärbte „Tell A Better Story“ wird mit folkiger Leichtigkeit von einer akustischen Gitarre und einer Art Harmonium-Sound begleitet, während „100 Things (That I’ve Been Meaning To Say)“ im Wesentlichen sanftmütige elektrische Gitarren im psychedelischen Background eingesetzt werden. Das alles dient freilich nur dem Versuch einer Beschreibung – Genre-konform arbeitet MOLLY MOGUL an keiner Stelle.
Mit ihren Songs erzählt MOLLY MOGUL die Geschichte ihrer Reise zu sich selbst – die sie vielleicht in dem Song „Run“ am elegantesten auf den Punkt bringt, wenn sie feststellt: „Man kann seinen Ängsten nicht entfliehen, und irgendwann holen einen die Dinge ein, die man ignoriert. Ob es nun um die Beziehung zu sich selbst oder zu anderen geht. Am Ende bleibt nur man selbst übrig.“ Bis zur Selbsterkenntnis ist es freilich ein langer Weg, und der führt insbesondere klanglich durch ein melancholisches Tal der Schwermut, in dem – etwa mit dem SMITHS-Cover - auch eine Prise kleistscher Geisteshaltung zum Vorschein kommt. Das ist denn auch ein Grund, warum es hier nicht um eine Pop-Scheibe im klassischen Sinne gehen kann.
Besonders bemerkenswert ist, dass MOLLY MOGUL ihre Anliegen auf eine überzeugende Weise mehrsprachig zum Vortrag bringt, indem sie elegant englische und deutsche Lyrics miteinander vermischt – und das gleich auf mehreren Ebenen – als Rezitativ, gesanglich, als Vocal-Treatment oder mittels Rap-ähnlichem Sprachgebrauch.
Der Klang des Gesagten/Gesungenen ist MOLLY MOGUL somit mindestens genauso wichtig wie der dargebotene Inhalt, was in Verbindung mit den kunstvoll verwobenen Soundscapes letztlich zu einem wirklich immersiven Hörerlebnis führt. Der Grund dafür dürfte in MOLLY MOGULs multidisziplinärem Ansatz liegen. So arbeitet sie ja außerdem als Theater-Schauspielerin (die Idee zu dem SMITHS-Cover kommt etwa aus einer Theaterproduktion), Visual Artist oder Tänzerin – wobei diese Aspekte besonders über ihre Videos zum Ausdruck kommt, in denen mit Stills, die MOLLY MOGUL als Tänzerin und Performerin zeigen, gearbeitet wird.
FAZIT: Mit ihrem Debüt-Album „A Bouquet Of Hope And Dreams“ geht die multidisziplinäre Künstlerin MOLLY MOGUL einen konsequenten Schritt in Richtung einer eigenständigen Independent-Musikerin, indem sie ihr kreatives Repertoire um den Bereich Songwriting/Sängerin erweitert (den sie bis dahin nur gestreift hatte) und überzeugt dabei durch tiefgehende Emotionalität und originelle kreative Ideen, besonders den vielschichtigen, multilingual orientierten und teils experimentell ausgelegten vokalen Vortrag und Gesang betreffend.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Intro
- A Bouquet Of Hope And Dreams
- All YOu Can Eat
- Touch Me
- Wake Up
- There's A Light That Never Goes Out
- Tell A Better Story
- Run (Interlude)
- 100 Things (That I've Been Meaning To Say)
- Arrived
- Gesang - Molly Mogul
- Gitarre - Molly Mogul
- Keys - Molly Mogul
- A Bouquet Of Hopes And Dreams (2026) - 12/15 Punkten
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