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Kolm: Yugen (Review)

Artist:

Kolm

Kolm: Yugen
Album:

Yugen

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Entheoscape Records/Just For Kicks
Spieldauer: 64:29
Erschienen: 05.06.2026
Website: [Link]

Ist da jemand dem Wahnsinn verfallen?
Bei so einem seltsam sprachverfremdeten Beginn, bei dem man den Eindruck gewinnt, Gollum wäre dem Herrn der Ringe entstiegen, um den Prog-Amis KOLM ihr zweites Studio-Album „Yugen“ zu 'versüßen'.

Aber auch der seltsame Albumtitel ist verwirrend – oder besser das genaue Gegenteil von dem, was uns der gruselige Album-Anfang vermittelt.


Yugen“ kommt aus dem Japanischen und steht für die mysteriöse Schönheit des Universums. Die Amis klingen allerdings mehr nach den progressiven Fürsten der Finsternis, die irgendwo bei ARCHIVE oder MARS VOLTA und TOOL ihre Klangwurzeln in die schlammige Erde schlagen und dabei ein spannendes wie finsteres sowie geheimnisvolles Klang-Elixier brauen.
Jedenfalls definiert das Trio aus Los Angeles den Progressive Rock in seiner modernen Form, wobei es gleichermaßen in ganz unterschiedlichen Zeitepochen seine Anker auswirft und dabei besonders mehr in die Tiefen der Finsternis abtaucht (ohne dabei in Richtung Licht zu blicken), bei denen beispielsweise auch mal die Herzen brechen können, wenn in „Oleka“ nach einem unglaublich spannungsgeladenem Vorspiel die ersten verständlichen Zeilen: „Hey, my heart is broken / In the unspoken way / Of fleeting moments / True memories chosen...“, auftauchen.


Hieran merkt man bereits, dass auch die Texte eine wichtige Rolle bei KOLM spielen. Die tragen oft etwas Spirituelles oder Bedrohliches in sich und geben gar Albtraumhaftes zum Besten, wenn es in dem melodramatischen „Ex Nihilo“ heißt: „I collapse in the rising / I awaken in the fall“. Und das, nachdem bereits im Achtminuten-Epos „The Reach“ die Wirkung der Schwerkraft besungen wurde: „In your eyes / What do you see / In your heart / What do you feel / Garvity“. Und diese Erdanziehungskraft zieht einen auch beim Hören von „Yugen“ ziemlich runter, während die Musik voller Electronics, fetten Bässen und Gitarren sowie einem spannungsgeladenen Schlagzeugspiel permanent neue Akzente setzt. Aber auch Ambient-Momente gibt es zu entdecken, die breit ausgewalzt werden, wie im Zehnminüter „Symbiosis“, bei dem der symbiotische Titel bereits Programm ist.


Dann wiederum brettern die Gitarrenriffs in besagtem „Ex Nihilio“ los, um mit „Dés Vu“ relativ ruhig mit viel elektronischem Aufwand ausgebremst zu werden und in dem sich, während der Ozean über den Sand flüstert, das große Vergessen eintritt, damit man sich dem wahren „Yugen“ öffnen und zugleich die letzten elfeinhalb Minuten des Albums genießen kann. „Dés Vu“ jedenfalls ist ein verträumtes Stück (und damit ein Album-Ausreißer), das auch ein wenig von der isländischen Schönheit einer Band wie SIGUR RÓS lebt, woran auch der Gastsänger BEE BORN einen erheblichen Anteil hat.


Das Instrumental „The Passing“ trumpft mit weltmusikalischen Klängen und akustischem Piano auf und bekommt im zweiten Teil erneut eine elektronische Schlagseite, bei der auch offensichtlich verfremdete Stimmen als zusätzliches 'Instrument' mit eingestreut werden, um dann zu besagtem 11-Minuten-Finale – dem Titeltrack – überzugehen, der ähnlich wie das vorhergehende Instrumentalstück beginnt und dann auf die wiederum verfremdeten Stimmen des Album-Anfangs setzt. Hier schließt sich ganz bewusst der Kreis, den KOLM auf ihrem zweiten Album (das erste „Umbra“ liegt bereits acht Jahre zurück) überzeugend schlagen. Und wir befinden uns als Verehrer einfallsreicher wie düsterer Prog-Klänge ziemlich begeistert mittendrin.


FAZIT: Das amerikanische Prog-Trio KOLM ließ sich für sein zweites Album satte acht Jahre Zeit, um dann mit „Yugen“ das Tor zur geheimnisvollen Schönheit des Universums zu öffnen. Und auch wenn der Albumname aus dem Japanischen stammt, so offenbart sich die (nicht asiatische) Musik voller Einfallsreichtum und Electronics, aber auch mit progressiven E-Gitarren und druckvollem Schlagzeug sowie ansprechendem wie verfremdetem Gesang. Ein echtes Ami-Prog-Album (im Digipak samt achtseitigem Booklet mit allen etwas dystopischen Texten) also, das sich in den finsteren Gefilden bewegt, welche durch solche Bands wie ARCHIVE oder TOOL und MARS VOLTA bespielt werden. Spannend und empfehlenswert!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 61x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Mycelia
  • Oleka
  • Signal?Becoming
  • The Reach
  • Symbiosis
  • Ex Nihilo
  • Dés Vu
  • The Passing
  • Yugen

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Yugen (2026) - 13/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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